Dienstag, 5. Oktober 2010

Mittelprächtiger Start der Springreiter


(gz) Die Schweizer Springreiter sind nicht besonders erfolgreich in das Jagdspringen gestartet. In der ersten von drei Runden, die für das Mannschaftsergebnis Gültigkeit haben, konnte sich keiner der vier Reiter im Spitzenfeld klassieren. Schwizer und Guerdat sind mit den Positionen 31 und 32 im ersten Viertel klassiert, die Mannschaft liegt an 13. Stelle und muss sich im ersten Umlauf des Nationenpreises steigern. Zur Finalrunde sind nur die besten zehn Equipen zugelassen.
Pius Schwizer ärgerte sich über die zwei Fehler von Carlina. Beim Einsprung in die Kombination mit Naturoxer und Gatter fiel eine Stange beim Einsprung und wie so viele andere erwischte es ihn auch beim letzten Hindernis. Steve Guerdat als Dritter seines Teams am Start begann sehr sicher. Ihm gelangen perfekte Wendungen. Beim offenen Wassergraben wurden dem 14-jährigen Belgier Hengst Tresor ein erster Fehler angekreidet. Das zweite Malheur passierte dann bei der Schlusskombination. Niklaus Schurtenberger hatte die Rolle als Startreiter auszufüllen. Er ritt den nicht mit üppiger Grundschnelligkeit ausgestatteten Cantus zügig vorwärts. Das für den 15-jährigen Schimmel ungewohnte Tempo provozierte zwei Abwürfe. Daniel Etter mit Peu à Peu zeigte mit fünf Abwürfen eine desolate Leistung und beendete die Prüfung auf Platz 103. Der Reiter ging die Aufgabe offensichtlich ohne Selbstvertrauen an und sein Pferd wirkte matt. Der 14-jährige Rheinländer-Wallach litt am Vortag noch an einem eingeklemmten Muskel und musste mit Physiotherapie und Osteopathie behandelt werden. Mannschaftstierarzt Christian Struchen sah keinen Zusammenhang mit diesem Vorfall und betonte, dass das Pferd topfit an den Start gegangen sei.
In der Einzelwertung liegen die US-Amerikaner mit McLain Ward und Sapphire sowie Mario Deslauriers mit Urico und dem überraschenden Ungaren Sandor Szasz mit Goldwing an der Spitze. Bei den Mannschaften führt die USA vor Deutschland, Frankreich, Holland und Kanada. Die Schweizer liegen an 13. Stelle und müssen sich in der ersten Runde des Nationenpreises verbessern, damit sie sich für den zweiten Umlauf qualifizieren können.

Interview mit dem führenden Mario Deslauriers (USA) in Englisch: Für MP3 hier klicken

Interview mit dem drittplatzierten Sandor Szasz (HUN) in Deutsch: Für MP3 hier klicken

Mario Deslauriers (USA) mit Urico.

Bester Schweizer: Pius Schwizer und Carlina.

Nur Zwischenrang 103: Daniel Etter und Peu à Peu.

Fotos: Dirk Caremans




Sonntag, 3. Oktober 2010

Michael Jung und Grossbritannien


(gz) Der Deutsche Michael Jung mit dem zehnjährigen Sam gewann überlegen den WM-Titel in der Vielseitigkeit. Mit respektablen Rückständen belegten die Briten William Fox-Pitt mit Cool Mountain und der Neuseeländer Andrew Nicholson mit Nereo die weiteren Podestplätze. Bei den Mannschaften setzte sich Grossbritannien vor Kanada und Neuseeland durch.

Der 28-jährige Schwarzwälder Michael Jung war im Horse Park von Lexington eine Klasse für sich. Er siegte auf dem zehnjährigen Baden-Würtemberger Wallach Sam in der Dressur und blieb im Gelände wie auch im Springen ohne jeden Makel. Sein Vorsprung auf den erfolgsverwöhnten Silber-Gwinner William Fox-Pitt mit Cool Mountain betrug neun Punkte. Der Deutsche hätte sich im Springen also zwei Abwürfe leisten können und dennoch gewonnen. Bronze eroberte der frühere Olympiasieger Andrew Nicholson mit Nereo. Mit dem Rückstand von nur 0,4 Punkten konnte die Belgierin Karin Donckers  mit der in der Schweiz gezogenen Stute Gazelle de la Brasserie CH den vierten Platz verbuchen. Eine mehr als beachtliche Leistung, wenn man bedenkt, dass die Amazone vor knapp einem Monat das linke Handgelenk gebrochen hat und die Prüfung mit einem Gipsverband absolvierte.


Interview mit dem Goldmedaillen-Gewinner Michael Jung (Deutsch):
Hier klicken für MP3



Podium (v.l.): William Fox-Pitt (GBR, Silber), Michael Jung (GER, Gold)
und Andrew Nicholson (NZL, Bronze).

Foto: Sascha P. Dubach

Zuversicht bei den Springreitern

(gz) Morgen Montag beginnen bei den Weltreiterspielen in Lexington/Kentucky die Wettbewerbe für die Springreiter. Als erste Prüfung steht das Jagdspringen – Fehler werden in Zeitzuschläge umgerechnet – auf dem Programm. Die Resultate zählen für die Einzel- und Mannschaftsentscheidung, pro Team steht ein Streichresultat zur Verfügung. Am Dienstag folgt der Nationenpreis in der klassischen Austragungsform. Allerdings sind nach dem ersten Umlauf nur die zehn besten Equipen zur Finalrunde zugelassen. Insgesamt sind 136 Reiter aus 41 verschiedenen Ländern am Start. Für den Mannschaftswettbewerb haben sich 27 Equipen eingeschrieben. Equipenchef Rolf Grass hat die Möglichkeit die Startreihenfolge innerhalb des Teams für jede der drei Runden neu zu bestimmen. Für das Jagdspringen hat er die nachstehende Folge – immer vorausgesetzt beim heutigen Vet-Check ergeben sich keine Überraschungen – bestimmt: Niklaus Schurtenberger (Cantus), Daniel Etter (Peu à Peu), Steve Guerdat (Tresor) und Pius Schwizer (Carlina). 
Rolf Grass lobt den guten Teamgeist: «Die Kommunikation stimmt, die Leute fühlen sich wohl. Die Unterkunft ist sehr gut, die Organisation innerhalb der Schweizer Delegation klappt ausgezeichnet. Weil das Gelände so weitläufig ist, haben wir Velos gekauft. Es ist Zeit, wenn die Wettkämpfe nun beginnen. Wir haben zwar auch für Abwechslung gesorgt. Gestern haben wir beispielsweise das Gestüt vom Herrscher von Dubai und am Abend die Dressur-Kür besucht oder die Reiter spielen in der Freizeit gelegentlich auch Tennis».
Nach Auskunft von Team-Veterinär Christian Struchen haben alle Pferde den Transport und die nachfolgende Quarantäne von 42 Stunden problemlos überstanden. Die Schweizer Springpferde sind bereit.

Die Spring-Equipe ist bereit.
Foto: Sascha P. Dubach

Samstag, 2. Oktober 2010

Fototermin

(ds) Kurz bevor die Dressur-Delegation die Heimreise antritt, lud der Schweizerische Verband für Pferdesport (SVPS) noch zum Fototermin mit der gesamten WEG-Delegation. Wir haben uns das Bild nicht entgehen lassen...

Foto: Sascha P. Dubach

Gold-Hattrick für Edward Gal

(gz) Nach Gold mit Hollands Mannschaft, Gold im GP Spécial hat Edward Gal mit seinem Paradehengst Totilas in Kentucky seinen dritten Weltmeistertitel erobert. Silber und Bronze gingen an die Britin Laura Bechtolsheimer und den US-Amerikaner Steffen Peters. Marcela Krinke Susmelj mit Corinth ist erneut über sich hinausgewachsen und belegte den elften Schlussrang.
Edward Gal erreichte mit 91,800 Prozentpunkten zwar ein rekordverdächtiges Resultat, kam aber nicht ohne Zwischenfälle durch das Programm. So galoppierte sein Hengst im starken Trab an und patzte zuvor in der Passage. Diese Fehler kompensierte das Paar aber mit Pirouetten und Piaffen wie aus dem Lehrbuch.  
Marcela Krinke Susmelj gelang nach ihren überraschend starken Auftritten in Grand Prix und GP Spécial eine weitere Steigerung und verblüffte auch in der Kür. Als die Luzerner Tierärztin vor ausverkauften Rängen Einerwechsel auf der Volte zeigte, erhielt sie von den begeisterten Besuchern spontanen Szenenapplaus. «Ich wollte den Leuten zeigen, dass Dressur Spass macht. Ich spürte, es läuft gut, es ging alles so leicht», sagte die überglückliche Reiterin.
Marcela Krinke startete mit dem 14-jährigen Oldenburger Wallach fulminant in das Programm. Nach dem Gruss folgten Einerwechsel, starker Galopp, Traversahlen, Passage und Piaffe. Zu den besten Lektionen zählte erneut der starke Schritt. Verbessert gegenüber den Vortagen waren die Galopp-Pirouetten und haben zum persönlichen Rekordergebnis von 75,300 Punkten beigetragen.
Grundlage zur ausgezeichneten Gesamtnote war sicherlich die nahezu perfekte Interpretation der Musik zu den Lektionen. «Ich reite diese Kür nun seit beinahe zwei Jahren, deshalb konnte ich die einzelnen Elemente immer besser perfektionieren», begründete die Reiterin das gelungene Zusammenspiel zwischen technischer und künstlerischer Ausrichtung ihres Kürprogramms.
Marcela Krinke Susmelj erzielte mit dem elften Schlussrang in der Kür nicht nur ihr bestes Karriereergebnis, sie egalisierte zugleich das WM-Resultat von Silvia Iklé mit Salieri bei den letzten Weltmeisterschaften 2006 in Aachen.


Interview mit Edward Gal (englisch): Für MP3 hier klicken

Podium mit (v.l.): Laura Bechtolsheimer (GBR, Silber), Edward Gal (NED, Gold)
und Steffen Peters (USA, Bronze).

Foto: Alltech/Dirk Caremans

Donnerstag, 30. September 2010

Reining-Gold für Tom McCutcheon

(sj) Tom McCutcheon (USA) heisst der Einzel-Goldgewinner im Reining an den WEG in Kentucky. Kronfavorit Shawn Flarida riss ein Stück des Steigbügel-Riemens, er musste darauf hin das Horn festhalten, um nicht runterzufallen und fiel damit aus den Entscheidungen. Silber geht an Craig Schmersal (USA), Bronze geht an den Titelverteidiger Duane Latimer (CAN). Die Europäer blieben ohne Medaille. Der beste Europäer war Grischa Ludwig (GER) auf Rang fünf.


Die Reining-Champions (v.l.): Craig Schmersal (USA, Silber),
Tom McCutcheon (USA, Gold) und Duane Latimer (CAN, Bronze).

Foto: Sascha P. Dubach


Interview mit dem Silbermedaillen-Gewinner Craig Schmersal (englisch):
Hier klicken um MP3 anzuhören

Mittwoch, 29. September 2010

Exploit von Marcela Krinke-Susmelj

(gz) Die Schweizer Dressurmeisterin Marcela Krinke Susmelj hat mit Corinth überraschend den Kür-Final erreicht. Wie im Grand-Prix überzeugte das Luzerner Paar auch im GP Spécial. Es übertraf die 70-Prozentmarke erneut und qualifizierte sich mit dem zwölften Rang für den Final der besten 15 am Freitag. Die Tierärztin totalisierte mit ihrem 14-jährigen Oldenburger-Wallach 70,417 Punkte, was zum Erreichen der Kür genügte. Nach etwas mattem Beginn steigerte sich Corinth deutlich. Besonders hohe Noten erhielt der Braune, im Besitz von Irene Meyer, im starken Schritt und starken Galopp. «Ich habe das Soll klar übertroffen und bin glücklich, in der Kür dabei zu sein», sagte Krinke Susmelj und fügte an: «Zunächst machte ich zu viel Druck, was sich auf das Pferd übertragen hat. Als ich risikovoller ritt, löste sich die Verkrampfung.»

Gewonnen hat Edward Gal im Sattel von Totilas mit 85,708 Punkten vor Laura Bechtolsheimer (GBR) mit Mistral Hoiris (81,708) und Steffen Peters (USA) mit Ravel (78,542). Erstmals seit Jahrzehnten bleibt Deutschland ohne Einzel-Medaille.


Interview mit Edward Gal (englisch): Hier klicken um MP3 anzuhören


Marcela Krinke Susmelj und Corinth.

Podium GP Spécial (v.l.): Laura Bechtolsheimer (GBR, Silber),
Edward Gal (NED, Gold) und Steffen Peters (USA, Bronze).

Fotos: Dirk Caremans

Alle Schweizer Pferde eingetroffen

(ds) Mittlerweile sind alle Schweizer Pferde im Kentucky Horse Park eingetroffen. Die Vierbeiner der beiden Fahrer Werner Ulrich und Daniel Würgler absolvierten bereits einige lockere Trainingseinheiten vor ihren Kutschen. Gestern Dienstag erreichten auch die Springpferde, jene von Para-Equestrian Dressur sowie die Voltige-Pferde den Park. Diese werden nun ebenfalls sorgfältig auf ihre in der zweiten Woche stattfindenden Wettbewerbe vorbereitet.

Auch die Kutschen der beiden Vierspänner-Fahrer sind ohne Schaden
in Lexington angekommen.

Foto: Evelyne Niklaus (fnch.ch)

Marcela Krinke Susmelj übertrifft Erwartungen

(gz) Im Grand Prix der Dressurreiter konnte sich Marcela Krinke Susmelj auf dem 14-jährigen Oldenburger Wallach Corinth mit 70,340 Prozentpunkten auf dem ausgezeichneten 13. Rang platzieren. Das beste Ergebnis, das die Luzerner Tierärztin je in ihrer Laufbahn erreicht hat. Dank dieser unerwarteten Leistung hat sich das Paar problemlos für den Grand Prix Spécial der 30 besten Teilnehmer nach dem Grand Prix qualifiziert. «Meine Erwartungen sind übertroffen worden. Je länger das Programm, umso sicherer gelangen die Lektionen. Es ging alles so leicht. Nun mache ich mir sogar leise Hoffnung für die Qualifikation zur Kür», sagte die überglückliche Reiterin.

Im Rahmen der Möglichkeiten fiel auch der Auftritt von Elisabeth Eversfield-Koch aus. Mit dem bereits 17-jährigen The Lion King wurde sie mit 66,340 Zählern benotet. Das Resultat ergab den 40. Platz von 66 Teilnehmern. Die fehlenden Punkte für die Startberechtigung im Grand Prix Spécial vergab das Paar vor allem bei den Piaffen, die nicht nach Wunsch gelangen. «Das war mein erstes internationales Championat. So gesehen bin ich zufrieden», erklärte Elisabeth Eversfield-Koch.

Die Prüfung gewann der Holländer Edward Gal mit Totilas (84,083) überlegen vor der Britin Laura Bechtolsheimer mit Mistral Hojris (82,511) und dem US-Amerikaner Steffen Peters mit Ravel (78,596).

Mannschaftsgold holte wie erwartet Holland - trotz der Disqualifikation ihrer zweifachen Europameisterin Adelinde Cornelissen. Sie wurde ausgeschlossen, weil ihr Pferd Parzival am Mund blutet. Silber eroberte Grossbritannien, Deutschland musste sich mit Bronze zufrieden geben.

Marcela Krinke Susmelj mit Corinth
Foto: Dirk Caremans

Dienstag, 28. September 2010

Schock für Hollands Dressurteam

(gz) Paukenschlag zu Beginn des zweiten Dressurtags bei den Weltreiterspielen in Kentucky: Die Holländerin Adelinde Cornelissen wurde kurz nach Beginn des Grand Prix disqualifiziert. Ihr Pferd Parzival hatte ein blutiges Maul. Die 31-jährige Doppel-Europameisterin zählte zum engsten Favoritenkreis und fehlt jetzt als Stütze ihres Teams.


Die Chancen für Holland auf Mannschaftsgold bleiben aber intakt. Die Equipe führt nach dem Auftritt von zwei Paaren deutlich vor Deutschland und Grossbritannien und kann sich durch Edward Gal mit seinem Paradehengst Totilas noch Gold sichern, da jeder Mannschaft ein Streichergebnis zur Verfügung steht.