Samstag, 9. Oktober 2010

Patric Looser immer noch in Führung


(ds) Bei den Voltige-Wettbewerben gibt es aus Schweizer Sicht eine Erfolgsmeldung. Nach drei Vierteln (Pflicht, Kür und Technik) liegt der St. Galler Patric Looser immer noch an der Spitze des Klassements. Dimitri Suhner liegt an neunter Stelle und bei den Damen konnte sich Simone Jäiser um einen Rang auf den 14. Zwischenplatz verbessern.

Die Kür der Gruppe Lütisburg gelang nicht ganz nach Wunsch, sie konnten sich aber auf dem vierten Zwischenrang in Lauerstellung halten. Das führende US-Team musste einen Sturz notieren und rutschte auf den dritten Platz zurück. In Führung liegt Deutschland vor Österreich.

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Looser in Führung – Jäiser und Suhner im Final

(ds) Gute Neuigkeiten von den Voltigierern. Patric Looser zeigte eine sehr sichere und solide Kür und übernahm so die Führung bei den Herren. Er profitierte auch etwas davon, dass die beiden Deutschen Kai Vorberg und Gero Mayer patzten. Dimitri Suhner hat ebenfalls mit einer sauberen Kür den Final erreicht.
Die Volketswilerin Simone Jäiser hat auf dem siebenjährigen Wallach Luk den Final der 15 Besten in der Voltige-Einzelkonkurrenz der Damen erreicht. Mit einer soliden Pflicht und Kür eroberte sie in der Zwischenwertung exakt den 15. Platz, was ihrem Primärziel entspricht. «Jetzt kann ich angreifen», war ihr Kommentar nach dem Bekanntwerden der Resultate.

Deutschland zum dritten Mal Weltmeister



(gz) Die deutsche Mannschaft in der Besetzung Janne-Friederike Meyer/Lambrasco, Carsten-Otto Nagel/Corradina, Meredith Michaels-Beerbaum/Checkmate und Marcus Ehning/Plot Blue stand bereits nach dem dritten Paar als Weltmeister fest. Silber ging an Frankreich und Bronze überraschend an Belgien mit dem Schweizer Equipenchef Philippe Guerdat. Auf dem vierten Platz folgten Brasilien vor Kanada, Schweden, Australien, Saudi-Arabien, Grossbritannien. Total brachen die US-Amerikaner ein und fielen vom dritten auf den zehnten Platz zurück.

Von den Schweizer Reitern war nur noch Pius Schwizer mit Carlina im Einsatz. Er zeigte im Parcours, bei dem der offene Wassergraben durch eine Triple Barre ersetzt wurde, eine souveräne Runde und blieb ohne jeden Makel. Vor dem Doppel, bei dem er gestern den einzigen Fehler beging, legte er anstatt vier fünf Galoppsprünge ein. «Carlina ist in Höchstform, beweglich und elastisch, immer auf Draht. Jetzt bin ich wieder im Geschäft und es ist noch vieles möglich», erklärte der erleichterte Pius Schwizer. Er verbesserte sich in der Zwischenwertung auf Platz 13. Er liegt vor dem Grand Prix mit zwei Umläufen 5,49 Punkte hinter dem vierten Platz, der für die Teilnahme am Pferdewechselfinal massgebend sein wird. Auf den zum Final berechtigen Plätzen liegen derzeit Rodrigo Pessoa, Philippe LeJeune, Carsten-Otto Nagel und Eric Lamaze.
Niklaus Schurtenberger, Steve Guerdat und Daniel Etter hätten ebenso antreten können. Allen Reitern wurde die Chance eingeräumt, sich noch für den Halbfinal in der Nacht zum Freitag zu qualifizieren, der den 30 besten Paaren offen steht. Das Trio beurteilte die Möglichkeiten dazu aber als zu gering und verzichtete auf einen Start.


Interview mit dem deutschen Equipenchef Otto Becker in Deutsch:
Für MP3 hier klicken


Deutschland gewinnt Gold.

Foto: Kit Houghton/FEI


13. Zwischenrang in der Einzelwertung:
Pius Schwizer und Carlina.

Foto: Dirk Caremans



Guter Auftakt der Voltigierer


(ds) Am ersten Tag der Voltigierer stand das Pflichtprogramm auf der Tagesordnung. Das Team Lütisburg mit Monika Winkler-Bischofberger an der Longe belegt mit der Note 6.880 den vierten Zwischenrang hinter USA (7.207), Deutschland (6.996) und Österreich (6.990). Bei den Herren liegt Patric Looser auf dem aussichtsreichen dritten Platz (8.253). Vor ihm sind nur noch die beiden Deutschen Gero Meyer (8.401) und Kai Vorberg (8.297). Dimitri Suhner belegt mit 7.189 den zehnten Zwischenrang. Beim weiblichen Geschlecht führt die Britin Joanne Eccles (8.157) vor der Deutschen Simone Wiegele (8.037) und Megan Benjamin (7.856). Simone Jäiser hat sich mit dem zwölften Rang (7.619) eine gute Ausgangslage geschaffen, um sich in den Top 15 zu etablieren.

Das Team Lütisburg in der Arena des Kentucky Horse Park.

Zwölfter Zwischenrang für Simone Jäiser.

Auf dem «bronzenen» Zwischenplatz: Patric Looser.

Dimitri Suhner ist momentan an zehnter Stelle klassiert.

Fotos: Dirk Caremans

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Schweizer verpassen Finalrunde


(gz) Der 13. Schlussrang nach dem Jagdspringen und dem ersten Umgang im Nationenpreis sind ein Spiegelbild der ganzen Saison. Europameister Schweiz zählt nicht mehr zur internatonalen Spitze. Das WM-Ergebnis mit der verpassten Finalrunde und der Abstieg aus der Super League sind kein Zufall. «Wir haben den Cut verpasst und das Ziel klar verfehlt», fasste Equipenchef Rolf Grass das enttäuschende Ergebnis zusammen. An der Spitze vor der finalen Runde von morgen Nacht liegt Deutschland vor Brasilien, USA, Kanada, Frankreich, Saudi-Arabien, Australien, Belgien, Schweden und Grossbritannien.  Schlussreiter Pius Schwizer mit Carlina zeigte mit einem Abwurf beim zweitletzten Hindernis eine gute Runde. «Carlina ist erst neunjährig. Das war der Tribut an ihre Unerfahrenheit», erklärte Schwizer, der sich mit Rang 28 als einziger Schweizer noch Chancen auf den weiteren Verlauf der Wettbewerbe machen kann. Er wird den zweiten Umgang des Nationenpreises als Einzelreiter bestreiten und versuchen, sich für den Halbfinal der 30 besten Paare in der Nacht zum Samstag zu qualifizieren.  Eine tolle Rehabilitation nach den fünf Fehlern im Jagdspringen gelang Daniel Etter. Er wirkte viel entschlossener und musste sich lediglich einen Abwurf bei einem Oxer und eine geringe Zeitstrafe ankreiden lassen. «Die gesundheitlichen Probleme (eingeklemmter Nerv) und meine persönliche Verfassung (39 Grad Fieber) hatten mich verunsichert. Heute hat Peu à Peu bewiesen, dass er sich im Verlaufe eines Turniers steigern kann.» Probleme beeinträchtigten auch die Vorbereitung von Niklaus Schurtenberger. Ein Hufabszess am rechten Vorderbein machte die Morgenarbeit unmöglich. Ärztliche Hilfe und Hufschmiedekunst – die Druckstelle konnte mit einem Spezialeisen und einer Lederunterlage gemildert werden – machten den Start möglich. Schurtenberger beendete die Aufgabe mit einem Abwurf beim Aussprung aus dem Doppel und bewies einmal mehr seine Championatstauglichkeit. «Der Flüchtigkeitsfehler ist ärgerlich, aber die Einstellung von Cantus ist einfach beispielhaft», sagte der Reiter. Der Auftritt von Steve Guerdat mit Tresor als Startreiter war enttäuschend. Der Hengst schnitzerte beim Ein- und Aussprung der dreifachen Kombination und riss zudem eine Stange beim Einsprung in die Zweifache. Das Paar lieferte unerwartet das Streichergebnis.

Nach zwei Wertungsprüfungen in Führung: Khaled Al Eid (Saudi Arabien)
mit Presley Boy.

Foto: Dirk Caremans
  

Dienstag, 5. Oktober 2010

Mittelprächtiger Start der Springreiter


(gz) Die Schweizer Springreiter sind nicht besonders erfolgreich in das Jagdspringen gestartet. In der ersten von drei Runden, die für das Mannschaftsergebnis Gültigkeit haben, konnte sich keiner der vier Reiter im Spitzenfeld klassieren. Schwizer und Guerdat sind mit den Positionen 31 und 32 im ersten Viertel klassiert, die Mannschaft liegt an 13. Stelle und muss sich im ersten Umlauf des Nationenpreises steigern. Zur Finalrunde sind nur die besten zehn Equipen zugelassen.
Pius Schwizer ärgerte sich über die zwei Fehler von Carlina. Beim Einsprung in die Kombination mit Naturoxer und Gatter fiel eine Stange beim Einsprung und wie so viele andere erwischte es ihn auch beim letzten Hindernis. Steve Guerdat als Dritter seines Teams am Start begann sehr sicher. Ihm gelangen perfekte Wendungen. Beim offenen Wassergraben wurden dem 14-jährigen Belgier Hengst Tresor ein erster Fehler angekreidet. Das zweite Malheur passierte dann bei der Schlusskombination. Niklaus Schurtenberger hatte die Rolle als Startreiter auszufüllen. Er ritt den nicht mit üppiger Grundschnelligkeit ausgestatteten Cantus zügig vorwärts. Das für den 15-jährigen Schimmel ungewohnte Tempo provozierte zwei Abwürfe. Daniel Etter mit Peu à Peu zeigte mit fünf Abwürfen eine desolate Leistung und beendete die Prüfung auf Platz 103. Der Reiter ging die Aufgabe offensichtlich ohne Selbstvertrauen an und sein Pferd wirkte matt. Der 14-jährige Rheinländer-Wallach litt am Vortag noch an einem eingeklemmten Muskel und musste mit Physiotherapie und Osteopathie behandelt werden. Mannschaftstierarzt Christian Struchen sah keinen Zusammenhang mit diesem Vorfall und betonte, dass das Pferd topfit an den Start gegangen sei.
In der Einzelwertung liegen die US-Amerikaner mit McLain Ward und Sapphire sowie Mario Deslauriers mit Urico und dem überraschenden Ungaren Sandor Szasz mit Goldwing an der Spitze. Bei den Mannschaften führt die USA vor Deutschland, Frankreich, Holland und Kanada. Die Schweizer liegen an 13. Stelle und müssen sich in der ersten Runde des Nationenpreises verbessern, damit sie sich für den zweiten Umlauf qualifizieren können.

Interview mit dem führenden Mario Deslauriers (USA) in Englisch: Für MP3 hier klicken

Interview mit dem drittplatzierten Sandor Szasz (HUN) in Deutsch: Für MP3 hier klicken

Mario Deslauriers (USA) mit Urico.

Bester Schweizer: Pius Schwizer und Carlina.

Nur Zwischenrang 103: Daniel Etter und Peu à Peu.

Fotos: Dirk Caremans




Sonntag, 3. Oktober 2010

Michael Jung und Grossbritannien


(gz) Der Deutsche Michael Jung mit dem zehnjährigen Sam gewann überlegen den WM-Titel in der Vielseitigkeit. Mit respektablen Rückständen belegten die Briten William Fox-Pitt mit Cool Mountain und der Neuseeländer Andrew Nicholson mit Nereo die weiteren Podestplätze. Bei den Mannschaften setzte sich Grossbritannien vor Kanada und Neuseeland durch.

Der 28-jährige Schwarzwälder Michael Jung war im Horse Park von Lexington eine Klasse für sich. Er siegte auf dem zehnjährigen Baden-Würtemberger Wallach Sam in der Dressur und blieb im Gelände wie auch im Springen ohne jeden Makel. Sein Vorsprung auf den erfolgsverwöhnten Silber-Gwinner William Fox-Pitt mit Cool Mountain betrug neun Punkte. Der Deutsche hätte sich im Springen also zwei Abwürfe leisten können und dennoch gewonnen. Bronze eroberte der frühere Olympiasieger Andrew Nicholson mit Nereo. Mit dem Rückstand von nur 0,4 Punkten konnte die Belgierin Karin Donckers  mit der in der Schweiz gezogenen Stute Gazelle de la Brasserie CH den vierten Platz verbuchen. Eine mehr als beachtliche Leistung, wenn man bedenkt, dass die Amazone vor knapp einem Monat das linke Handgelenk gebrochen hat und die Prüfung mit einem Gipsverband absolvierte.


Interview mit dem Goldmedaillen-Gewinner Michael Jung (Deutsch):
Hier klicken für MP3



Podium (v.l.): William Fox-Pitt (GBR, Silber), Michael Jung (GER, Gold)
und Andrew Nicholson (NZL, Bronze).

Foto: Sascha P. Dubach

Zuversicht bei den Springreitern

(gz) Morgen Montag beginnen bei den Weltreiterspielen in Lexington/Kentucky die Wettbewerbe für die Springreiter. Als erste Prüfung steht das Jagdspringen – Fehler werden in Zeitzuschläge umgerechnet – auf dem Programm. Die Resultate zählen für die Einzel- und Mannschaftsentscheidung, pro Team steht ein Streichresultat zur Verfügung. Am Dienstag folgt der Nationenpreis in der klassischen Austragungsform. Allerdings sind nach dem ersten Umlauf nur die zehn besten Equipen zur Finalrunde zugelassen. Insgesamt sind 136 Reiter aus 41 verschiedenen Ländern am Start. Für den Mannschaftswettbewerb haben sich 27 Equipen eingeschrieben. Equipenchef Rolf Grass hat die Möglichkeit die Startreihenfolge innerhalb des Teams für jede der drei Runden neu zu bestimmen. Für das Jagdspringen hat er die nachstehende Folge – immer vorausgesetzt beim heutigen Vet-Check ergeben sich keine Überraschungen – bestimmt: Niklaus Schurtenberger (Cantus), Daniel Etter (Peu à Peu), Steve Guerdat (Tresor) und Pius Schwizer (Carlina). 
Rolf Grass lobt den guten Teamgeist: «Die Kommunikation stimmt, die Leute fühlen sich wohl. Die Unterkunft ist sehr gut, die Organisation innerhalb der Schweizer Delegation klappt ausgezeichnet. Weil das Gelände so weitläufig ist, haben wir Velos gekauft. Es ist Zeit, wenn die Wettkämpfe nun beginnen. Wir haben zwar auch für Abwechslung gesorgt. Gestern haben wir beispielsweise das Gestüt vom Herrscher von Dubai und am Abend die Dressur-Kür besucht oder die Reiter spielen in der Freizeit gelegentlich auch Tennis».
Nach Auskunft von Team-Veterinär Christian Struchen haben alle Pferde den Transport und die nachfolgende Quarantäne von 42 Stunden problemlos überstanden. Die Schweizer Springpferde sind bereit.

Die Spring-Equipe ist bereit.
Foto: Sascha P. Dubach

Samstag, 2. Oktober 2010

Fototermin

(ds) Kurz bevor die Dressur-Delegation die Heimreise antritt, lud der Schweizerische Verband für Pferdesport (SVPS) noch zum Fototermin mit der gesamten WEG-Delegation. Wir haben uns das Bild nicht entgehen lassen...

Foto: Sascha P. Dubach

Gold-Hattrick für Edward Gal

(gz) Nach Gold mit Hollands Mannschaft, Gold im GP Spécial hat Edward Gal mit seinem Paradehengst Totilas in Kentucky seinen dritten Weltmeistertitel erobert. Silber und Bronze gingen an die Britin Laura Bechtolsheimer und den US-Amerikaner Steffen Peters. Marcela Krinke Susmelj mit Corinth ist erneut über sich hinausgewachsen und belegte den elften Schlussrang.
Edward Gal erreichte mit 91,800 Prozentpunkten zwar ein rekordverdächtiges Resultat, kam aber nicht ohne Zwischenfälle durch das Programm. So galoppierte sein Hengst im starken Trab an und patzte zuvor in der Passage. Diese Fehler kompensierte das Paar aber mit Pirouetten und Piaffen wie aus dem Lehrbuch.  
Marcela Krinke Susmelj gelang nach ihren überraschend starken Auftritten in Grand Prix und GP Spécial eine weitere Steigerung und verblüffte auch in der Kür. Als die Luzerner Tierärztin vor ausverkauften Rängen Einerwechsel auf der Volte zeigte, erhielt sie von den begeisterten Besuchern spontanen Szenenapplaus. «Ich wollte den Leuten zeigen, dass Dressur Spass macht. Ich spürte, es läuft gut, es ging alles so leicht», sagte die überglückliche Reiterin.
Marcela Krinke startete mit dem 14-jährigen Oldenburger Wallach fulminant in das Programm. Nach dem Gruss folgten Einerwechsel, starker Galopp, Traversahlen, Passage und Piaffe. Zu den besten Lektionen zählte erneut der starke Schritt. Verbessert gegenüber den Vortagen waren die Galopp-Pirouetten und haben zum persönlichen Rekordergebnis von 75,300 Punkten beigetragen.
Grundlage zur ausgezeichneten Gesamtnote war sicherlich die nahezu perfekte Interpretation der Musik zu den Lektionen. «Ich reite diese Kür nun seit beinahe zwei Jahren, deshalb konnte ich die einzelnen Elemente immer besser perfektionieren», begründete die Reiterin das gelungene Zusammenspiel zwischen technischer und künstlerischer Ausrichtung ihres Kürprogramms.
Marcela Krinke Susmelj erzielte mit dem elften Schlussrang in der Kür nicht nur ihr bestes Karriereergebnis, sie egalisierte zugleich das WM-Resultat von Silvia Iklé mit Salieri bei den letzten Weltmeisterschaften 2006 in Aachen.


Interview mit Edward Gal (englisch): Für MP3 hier klicken

Podium mit (v.l.): Laura Bechtolsheimer (GBR, Silber), Edward Gal (NED, Gold)
und Steffen Peters (USA, Bronze).

Foto: Alltech/Dirk Caremans