Dienstag, 28. September 2010

Splitter


Zahlenspiele
(ds) Die WEG in Kentucky gehört mittlerweile zu den grössten Sport-Events weltweit. Grösser – zumindest von der Anzahl Athleten – sind nur noch die Olympischen Sommer- und Winterspiele. Die Zahlen sind eindrücklich: Die Organisatoren haben Nennungen aus insgesamt 58 Nationen erhalten. Am Start sind rund 800 Athleten mit 800 bis 900 Pferden. Zuschauer-Tickets wurden in 55 Länder und in alle US-Staaten verkauft. Akkreditiert sind rund 1100 Medienvertreter aus über 30 Nationen. Damit die Organisation reibungslos verläuft sind insgesamt 5000 freiwillige Helfer engagiert. Die gesamte Fläche des Kentucky Horse Parks beträgt 4,85 Quadrat-Kilometer. Die Wertschöpfung aus diesem Grossanlass berechnete die ortsansässige Universität auf 167 Millionen US-Dollar.

Forfaits in letzter Minute
(gz) Die britische Springreiterin Tina Fletscher kann wegen einer leichten Sehnenverletzung ihres Pferdes Hello Sailor bei der WM nicht starten. Sie wird durch den Routinier Robert Smith mit Talan ersetzt.

Absagen musste auch die australische Vielseitigkeitsreiterin Megan Jones. Ihr Pferd Irish Jester hatte den 30-stündigen Trip von Sydney nach Los Angeles schlecht überstanden und ging mit leichtem Fieber in die Quarantäne. Dort sollen Funktionäre den australischen Veterinär den Zugang zum Pferd verhindert. Erst nach 17 Stunden, als das Fieber auf 41 Grad stieg, durfte der 17-jährige Wallach behandelt werden. Zu spät für einen Start der Team-Silbermedaillengewinnerin und Vierten in der Einzelwertung bei den Olympischen Spielen in Hongkong.

Auf einen Start verzichten muss auch die irische CC-Reiterin Liz Powers. Ihr Pferd verletzte sich nach der Ankunft im Horse Park im Training.

Dressur bei Halbzeit


(gz) Wie erwartet dominierten die Holländer am ersten Tag in der Dressur. Imke Schellenkens-Bartels mit Sunrise (73,447) liegt nach der Hälfte aller Konkurrenten im Grand Prix vor dem Deutschen Chris­toph Koschel mit Donnperignon (72,638) und ihrem Landsmann Hans Peter Minderhoud mit Nadine (72,255) an der Spitze. In der Teamwertung scheint Holland ungefährdet, starten die ihre beiden stärksten Vertreter Edward Gal und Adelinde Cornelissen erst in der zweiten Hälfte des Feldes. Zu einer spannenden Angelegenheit dürfte der Kampf um Silber und Bronze werden. Die Differenz zwischen Deutschland und Grossbritannien beträgt nach je zwei Auftritten knapp zwei Prozentpunkte. Den Einzug in die nächste Runde, den Grand Prix Spécial, schaffen die bes­ten 30 Paare. Dafür dürfte ein Total von zwischen 67 und 68 Prozentpunkten ausreichen. Resultate, die sich die beiden Schweizerinnen Marcela Krinke Susmelj und Elisabeth Eversfield-Koch zum Ziel gesetzt haben.

Montag, 27. September 2010

Titelverteidigung

(ds) Die spanische Distanzreiterin Maria Mercedes Alvarez Ponton (Nobby) konnte ihren WM-Titel von 2008 in Malaysia in der Endurance über 160 Kilometer erfolgreich verteidigen. Das äusserst spannende Rennen wurde erst auf den letzten Kilometern entschieden. Silber eroberte sich Scheich Mohammed bin Rashid al Maktoum – Gatte der FEI-Präsidentin Prinzessin Haya – vor seinem Sohn Hamdan. Die Mannschaftwertung gewannen die Vertreter aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Silber durften die Franzosen und Bronze überraschend Deutschland in Empfang nehmen.

Siegerehrung Team (v.l.): Frankreich (Silber), Vereinigte Arabische
Emirate (Gold) und Deutschland (Bronze).

Scheich Hamdan bin Mohammed al Maktoum (Bronze), dahinter
Goldmedaillen-Gewinnerin Maria Mercedes Alvarez Ponton
im Sattel von Nobby.

Fotos: Dirk Caremans

Sonntag, 26. September 2010

US-Boys siegen im Reining

(sj) Die erste Team-Entscheidung ist gefallen und zwar im Reining. Gastgeber USA dominierte in der Besetzung Shawn Flarida, Craig Schmersal, Tom McCutcheon und Tim McQuay den Wettkampf und gewann Gold. Silber geht dank eines herausragenden Rittes von Bernard Fonck an Belgien. Bronze sicherte sich Italien. Stefano Massignan deutete in diesem Team die Medaillenhoffnungen für das Einzelfinale am Donnerstag an. Solche Chancen werden nebst den US-Reitern, Fonck und Massignan auch Sylvia Rzepka (GER), Rudi Kronsteiner (AUT) und Titelverteidiger Duane Latimer (CAN) hegen.

Stimmungsvolle Eröffnungsfeier


(ds) In eindrücklichen Bildern präsentierte das Organisationskomitee ihre Kultur und die Meilensteine in der Geschichte Kentuckys. Die obligate US-Nationalhymne wurde von Gospel-Singern gemeinsam mit einem 250-köpfigen Chor – begleitet von einem Sinfonie-Orchester – intoniert. Quasi «Standing-Ovation» gab es für die Demonstration eines Mini Kentucky-Derby mit vier Rennpferden. Zu Country-Musik liefen die Delegationen der 58 teilnehmenden Nationen unter Applaus der Zuschauer ein. Punkt 20 Uhr Ortszeit wurde die Schweiz vorgestellt. Als Fahnenträger amtete Delgationsleiter Claude Nordmann, der das Dressurteam anführte. Nach einer anmutigen Zehner-Friesen-Quadrille wurde Box-Legende Muhammad Ali durch die Arena gefahren. Im Anschluss wurden die sechsten FEI World Equestrian Games offiziell für Eröffnet erklärt.


Samstag, 25. September 2010

US-Team in Führung


(ds) Nach der ersten Hälfte der Teamwertung im Reining führt wie erwartet das US-Team die Rangliste an. Dahinter sind die Österreicher, Brasilianer, Belgier und Niederländer in Lauerstellung. Italien folgt auf Rang neun; Kanada ist auf dem zwölften Rang.
In der Einzelwertung führt der 38-jährige Norditaliener Stefano Massignan auf Yellow Jersey mit einem Score von 224,0. An der Pressekonferenz meinte er dann auch: «Mein Pferd liebt dieses Pattern...». An zweiter und dritter Stelle sind die US-Boys Craig Schmersal (Mister Montana Nic) und Tim McQuay (Hollywoodstinseltown). Der Deutsche Grischa Ludwig liegt mit Hot Smokin Chex ex-aequo auf dem dritten Rang. Wacker geschlagen hat sich auch die holländische Dressurqueen Anky van Grunsven, die auf Whizashiningwalla mit dem Score von 211,0 auf dem 14. Zwischenrang liegt.


Interview mit Anky van Grunsven (englisch):
http://www.lloydbell.co.uk/access/client_zone/Anky%20-%20NED%20rein%2025-9.mp3

Erste Eindrücke


(ds) Nach einer langen Anreise ist die «PferdeWoche» – ausgestattet mit allen nötigen Akkreditierungen – im Kentucky Horse Park in Lexington angekommen. Das erste was auffällt ist die enorme Dimension der Anlage, die in der Breite (zwischen Fahrstadion und Indoor-Arena) rund zwei Kilometer beträgt. Noch ist es verhältnismässig ruhig, doch die Vorfreude auf die Eröffnungsfeier, die in fünf Stunden beginnt, ist spürbar.

Hauptstadion fünf Stunden vor der Eröffnungs-Zeremonie


Scheich Mohammed al Maktoum und sein Sohn geben dem TV-Sender CNN ein Live-Interview.

Fotos: Sascha P. Dubach


Donnerstag, 23. September 2010

PferdeWoche vor Ort


(ds) Am Freitagvormittag fliegen Chefredaktor Georges Zehnder und Sascha P. Dubach (Stv. Chefredaktor) an die World Equestrian Games nach Lexington/Kentucky. Unter den Kürzeln «gz» und «ds» berichten wir ab Samstag täglich von den Entscheidungen in den acht Disziplinen sowie dem Abschneiden der Schweizer Delegation. Dazu versuchen wir mit Fotos, Videos und Beiträgen von Aktiven, die Stimmung vor Ort einzufangen, um unseren Leserinnen und Lesern einen Eindruck von den sechsten Weltreiterspielen zu vermitteln. «Surfen» Sie vorbei... es lohnt sich – wir freuen uns!

Die FEI wagt eine Prognose...


(ds) Die Medienverantwortlichen des Internationalen Pferdesportverbandes wagen eine Prognose und nennen die absoluten Spitzen-Favoriten. Man darf gespannt sein, ob sie richtig liegen...

Endurance
Team: Frankreich
Einzel: Maria Alvares Ponton (ESP) und Nobby

Reining
Team: USA
Einzel: Rudi Kronsteiner (AUT) und Einstein’s Revolution

Dressur
Team: Deutschland oder Holland
Einzel: Edward Gal (NED) und Totilas sowie Adelinde Cornelissen (NED) und Parzival

Concours Complet
Team: Deutschland
Einzel: Keine Prognose

Springen
Team: Deutschland, Frankreich, USA
Einzel: McLain Ward (USA) und Sapphire und des weiteren Kevin Staut (FRA), Marcus Ehning (GER) und Eric Lamaze (CAN)

Para Equestrian Dressur
Team: Grossbritannien
Einzel: Lee Pearson und Anne Dunham (GBR)

Voltige
Team: Österreich
Einzel Damen: Joanne Eccles (GBR)
Einzel Herren: Kai Vorberg (GER) und Nicolas Andreani (FRA)

Vierspänner
Team: Holland, Deutschland, Schweden, Schweiz und USA
Einzel: Boyd Exell (AUS)

Mittwoch, 22. September 2010

Kurz-News


Kolik bei Ankunft
(ds) Das Pferd Poespass der Belgischen Endurance-Reiterin Karin Boulanger bekam einige Stunden nach der Ankunft in der WEG-Quarantänestation eine Kolik. Der Vierbeiner wur­de sofort in die Klinik überführt. Die sofort durchgeführte Operation war erfolgreich, die Erwartungen sind optimistisch. Für das belgische Endurance-Team ist der Ausfall ein herber Rückschlag.

Transport-Odysee
(ds) Die Australische Vielseitigkeitsreiterin Megan Jones muss ihr Pferd Kirby Park Irish Jester zurückziehen. Der Vierbeiner wurde auf dem Transport von Australien in die USA krank. Der Trip der Aussies wurde auch als «Flight from hell» (Flug aus der Hölle) bezeichnet, denn sie mussten von Australien via Singapur, Anchorage (Alaska) und Los Angeles (Westküste USA) nach Lexington reisen. Megan Jones wird nun durch Peter Atkins – der in den USA lebt – ersetzt.

Wert setzt auf «Hannes»
(pd) Die deutsche Dressurreiterin Isabell Werth reitet bei den Weltreiterspielen den 14-jährigen Hannoveraner-Wallach «Warum nicht FRH». Bislang hatte sich die fünfmalige Olympiasiegerin die Entscheidung offen gelassen, ob sie ihr Olympiapferd Satchmo oder den zwei Jahre jüngeren Warum nicht FRH bei den Weltmeisterschaften satteln würde. «Hannes ist in einer sehr guten Form. Das war keine Entscheidung gegen Satchmo, sondern für Hannes», sagte Werth.